Additive Manufacturing Blog

Wichtigste Themen im industriellen 3D-Druck 2021

29. Januar 2021 | Lesezeit: 2 Min
Welche wesentlichen Trends sind 2021 für den industriellen 3D-Druck zu erwarten? Marie Langer, CEO von EOS, sagt voraus, dass neben der Digitalisierung und Industrialisierung vor allem das Thema Nachhaltigkeit zu einer Priorität für AM-Unternehmen werden wird.

Nachhaltigkeit ist 2021 wichtigster Wachstumstreiber

Eine der wichtigsten Lektionen, die wir 2020 – im Rahmen der Corona-Pandemie –gemeinsam gelernt haben, sei es, dass es zu den wichtigsten Aufgaben eines Unternehmens gehört, Änderungen in der Gesellschaft herbeizuführen. Aus diesem Grund vertritt sie die Ansicht, dass sich das Thema Nachhaltigkeit 2021 zur ultimativen Herausforderung im industriellen 3D-Druck entwickeln wird.

Wir bei EOS wollen die Ressourceneffizienz unserer Technologie – insbesondere in Bezug auf den Energie- und Werkstoffbedarf – weiter steigern. Wir entwickeln Fertigungsverfahren, die leichtere Produkte, eine längere Produktlebensdauer und innovativere Wertschöpfungsketten ermöglichen und durch die On-Demand-Herstellung von Ersatzteilen den sonst in Vorratslagern anfallenden Abfall reduzieren. Zum Wohle der Gesellschaft sorgen wir dafür, das Leben der Menschen über medizinische Produkte, wie orthopädische Implantate, Orthesen und Prothesen, maßgefertigtes Schuhwerk, Schutzkleidung und smarte „Wearables“, zu verbessern.

Industrieller 3D-Druck ermöglicht bedarfsgerechte, dezentrale Produktion

Einen weiteren Trend sieht Marie Langer darin, dass die Produktion immer digitaler, dezentraler und flexibler werden muss, damit sie sich den sich ständig ändernden Marktanforderungen und Kundenwünschen anpassen kann. Wie wir während der Pandemie zeigen konnten, ist die additive Fertigung hierfür prädestiniert.

  • Die dezentrale Fertigung basiert auf einem Netzwerk aus verschiedenen, digital vernetzten Einrichtungen, die es ermöglichen, ein Bauteil am gewünschten Ort und zur gewünschten Zeit herzustellen.
  • Dies führt zu schnelleren Reaktionszeiten und damit zu mehr Resilienz und Transparenz in der Lieferkette.
  • Eine dezentrale Fertigung erhöht die Produktionsflexibilität, verringert den Lageraufwand und reduziert Lager- und Lieferkosten.
  • Produkte lassen sich leicht an individuelle oder regionale Präferenzen anpassen.
  • Eine bedarfsgerechte, lokale Produktion macht die Vorfinanzierung von Produkten unnötig und vermeidet Überproduktionen.

Moots, ein Anbieter von Hochleistungsfahrrädern, erkannte im 3D-Druck beispielsweise die Chance, das Herstellungsverfahren für seine Flat-Mount-Ausfallenden von Grund auf zu ändern. Das kleine, aber wichtige Bauteil befindet sich hinten am Rahmen und dient als Aufnahme für den Bremssattel und die Hinterradachse. Dank des 3D-Drucks war Moots in der Lage, maßgeschneiderte, produktionsreife Ausfallenden zu bauen, die nicht nur über die für dieses Bauteil geforderte Beständigkeit verfügten, sondern auch für die Ausrichtung und Gewichtsanforderungen der für das Unternehmen typischen Titanrahmen ausgelegt sind. Das mithilfe des AM-Dienstleisters i3D und unter Nutzung des Systems EOS M 290 – unserem meistverkauften 3D-Drucker, der sich durch eine hohe Detailauflösung und ein breites Anwendungsspektrum auszeichnet, – gefertigte Bauteil wird nun auf 70 Prozent der jährlich von Moots produzierten Fahrräder verbaut.

Insgesamt zeichnet sich für 2021 und darüber hinaus eine auf Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Industrialisierung basierende Entwicklung ab. Es ist wichtig, den industriellen 3D-Druck in die digitale Wertschöpfungskette aufzunehmen und die Industrialisierung der Technologie für die Serienfertigung – immer im Einklang mit einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitskonzept – voranzutreiben.