EOSTATE ExposureOT: Optische Tomographie (OT) für die Echtzeitüberwachung der metall-basierten Additiven Fertigung

EOS optimiert Additive Serienfertigung weiter: Kamera-basierte Überwachung des Bauprozesses und verringerte Qualitätssicherungskosten

Krailling, 19. Juni 2017 – EOS, weltweit führender Technologieanbieter für den industriellen 3D-Druck von Metallen und Polymeren, erweitert seine EOSTATE Monitoring-Suite um ein weiteres Tool. Das weltweit erste kommerzielle System für die Optische Tomographie EOSTATE ExposureOT ermöglicht ab sofort und zunächst für das EOS M 290 System die kamera-basierte Überwachung des additiven, metall-basierten Bauprozesses in Echtzeit. Die Lösung bildet das komplette, additiv gefertigte Bauteil im Bauprozess ab, Schicht für Schicht und unabhängig von der Geometrie und Größe des Bauteils.

Dr. Tobias Abeln, Chief Technical Officer (CTO) erläutert: „Mit EOSTATE ExposureOT ermöglichen wir Unternehmen jetzt eine noch umfassendere Prozess-Überwachung und Qualitätssicherung. Damit unterstützen wir unsere Kunden dabei, die strengen Anforderungen an eine lückenlose Prüfung jedes Bauteils in anspruchsvollen Märkten wie etwa der Luft- und Raumfahrt zu erfüllen.“ Und er fährt fort: „Der Qualitätssicherung kommt insbesondere im Serienumfeld eine besondere Bedeutung zu, da hier wiederholbare Bauteilqualitäten unabdingbar sind. Gleichzeitig werden die Kosten dafür merklich reduziert, denn ein sehr großer Teil der bisher nachgeschalteten Qualitätsprüfung kann vermieden werden, da die Überwachung bereits im Bauprozess erfolgt. Dies hat auch positive Auswirkungen auf die Stückkosten.“

Partner MTU und Pilotkunden Liebherr und IPC
Die Lösung wurde in enger Zusammenarbeit mit dem strategischen EOS-Partner MTU Aero Engines entwickelt, der mit EOSTATE ExposureOT die Kosten für die nachgelagerte, zerstörungsfreie Prüfung im technischen Computertomographen (CT) deutlich reduzieren kann, weil potenziell fehlerhafte Teile vorher aussortiert werden. Bei der MTU Aero Engines wurde EOSTATE ExposureOT maßgeblich für die Serienfertigung entwickelt, befindet sich seit vielen Monaten im Einsatz und hat sich dort bewährt. Auch die beiden weiteren Pilotkunden Liebherr und IPC werden das System über die Pilotphase hinaus in ihre Serienfertigung integrieren.

„Bei der MTU Aero Engines haben wir das Potenzial der additiven Fertigung schon früh erkannt. Doch um die Technologie auch in die Serienfertigung zu überführen, fehlten bislang vor allem Erfahrungswerte und Daten, um die Qualität der Bauteile beurteilen zu können. Wir sind überzeugt, dass dieser Schritt mit EOSTATE ExposureOT gelingen wird“, erklärt Dr. Jürgen Kraus, Senior Consultant Additive Manufacturing bei der MTU. Und weiter: „Die neue OT-Lösung hat sich bei uns im Praxistext bewährt und wir freuen uns sehr, dass jetzt auch andere Kunden davon profitieren werden. Sie ist ein echter Mehrwert.“

Alexander Altmann, Lead Engineer Additive Manufacturing / TRPI Research & Technology bei Liebherr, dazu: „Wir setzen EOSTATE ExposureOT jetzt parallel zu EOSTATE MeltPool von EOS ein und versprechen uns dadurch ein tiefgehendes Verständnis der für die Bauteilqualität relevanten Phänomene bei der Additiven Fertigung von Titanbauteilen.“ Und er fährt fort: „Mittel- bis langfristig möchten wir hochkomplexe Bauteile für die Flugsteuerung additiv fertigen. Die Prozessüberwachung in Echtzeit ist auch hier ein wichtiger Einflussfaktor für eine wirtschaftliche Prozesskette. Denn die üblichen zerstörungsfreien Untersuchungsverfahren wie CT sind z. B. für Ventilblöcke sehr aufwändig und teuer.“

Prozess und Funktionsweise der optischen Tomographie
Mit einer hochauflösenden Kamera beobachtet das System unter Einsatz der optischen Tomographie (OT) lückenlos den Belichtungsprozess. Hierbei kommt eine Industriekamera mit hoher Dynamik zum Einsatz. Sie zeichnet während des gesamten additiven Fertigungsprozesses in kurzer Frequenz die gesamte Bauplattform im nahen Infrarotbereich auf und liefert damit detaillierte Daten über das Schmelzverhalten des Werkstoffes im kompletten Bauraum.

Auf Basis der gesammelten Daten kann über eine entsprechende Software das Schmelzverhalten von Stahl, Aluminium, Titan und anderen Legierungen im additiven Bauprozess detailliert analysiert und überwacht werden. Weichen bestimmte Ergebnisse von einem individuell über Parameter definierten „Normalbereich“ ab, werden diese Stellen markiert. Welche Auswirkungen diese sogenannten Indikationen für die Bauteilqualität haben, kann mit wachsender Datenmenge immer präziser bestimmt werden.

EOSTATE ExposureOT ist ein lernendes System, das mit wachsenden Datenmengen immer intelligenter wird. Je genauer der Anwender die spezifischen Parameter seines Bauteils kennt, umso besser können Rückschlüsse auf die Qualität und Dichte des Bauteils gezogen werden. Ziel ist es, schon im Bauprozesses mögliche Fehlerquellen zu erkennen und defekte Bauteile auszuschließen.

Über EOS
EOS ist der weltweite Technologie- und Qualitätsführer für High-End-Lösungen im Bereich der Additiven Fertigung (AM). Das 1989 gegründete Unternehmen ist Pionier und weltweit führend im Bereich des Direkten Metall Laser Sinterns (DMLS), gleichzeitig auch Anbieter einer führenden Polymertechnologie. Für diese industriellen 3D Druck-Prozesse bietet EOS ein modulares Lösungsportfolio an, bestehend aus Systemen, Software, Werkstoffen, technischen und AM-Beratungsdienstleistungen. EOS ist der Partner der Wahl für die industrielle, AM-basierte Produktion und ermöglicht nachhaltige Lösungen für die Industrie. Kunden, die diese einsetzen, profitieren so von einer Paradigmenwechsel einläutenden Technologie: Leichtbaustrukturen, Kostensenkungen auf Basis von Funktionsintegration, Produkt-individualisierung sowie beschleunigte Produktentwicklung und Produktion.

Kontakt

Claudia Jordan
Pressereferentin
EOS GmbH