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Lifestyle-Produkte: 3D-Printshow - Herstellung eines filigranen Haute-Couture-Objekts mit Additiver Fertigung

Zeremonielle Maske erfährt Neuinterpretation durch innovative Additive Fertigungstechnologie von EOS

Quixotic Divinity: Der von Joshua Harker kreierte Kopfschmuck wurde mit einem EOS-System gefertigt.Auf dem Laufsteg der 3D-Printshow hatte er seinen großen Auftritt (Quelle: 3D-Printshow).
Quixotic Divinity: Der von Joshua Harker kreierte Kopfschmuck wurde mit einem EOS-System gefertigt.Auf dem Laufsteg der 3D-Printshow hatte er seinen großen Auftritt (Quelle: 3D-Printshow).
Sie dienten Urvölkern als Tarnung bei der Jagd; der Clown in der Manege oder der venezianische Karneval wären ohne sie nicht denkbar und Naturvölker benutzen sie noch heute bei kultischen Tänzen: Masken fanden zu allen Zeiten und in allen Kulturen Verwendung. Die Maske schützt den Träger und verbirgt sein wahres Gesicht. Sie gibt ihm die Möglichkeit ein anderer zu sein: Ob hübsch oder hässlich, witzig oder grässlich, Mensch oder Tier – alles ist möglich.


Auch die Modebranche spielt mit dieser Illusion. Der Künstler Joshua Harker kreierte für eine Modenschau einen Kopfschmuck mit dem Namen „Quixotic Divinity“ (etwa: „Göttliches Wesen der Fantasie“). Die Maske ist eine Hommage an den traditionellen zeremoniellen Kopfschmuck amerikanischer und afrikanischer Ureinwohner. Da der in Chicago lebende Künstler ein langjähriger Anhänger der Additiven Fertigung ist, griff er auf diese innovative Technologie zurück, anstatt herkömmliche Fertigungsmethoden einzusetzen. Seine Neuinterpretation eines traditionellen Kultgegenstands feierte auf dem Laufsteg der 3D-Printshow in London und Paris ihr Debut.

Herausforderung

Das Haute-Couture-Objekt besteht aus verschiedenen miteinander verflochtenen und schwebenden Komponenten sowie einer abnehmbaren Gesichtsmaske. Wird diese vom Kopfteil gelöst, fällt sie auf die Taille der Trägerin herab und wirkt dort wie ein Korsett, das den weiblichen Körper betont. Harker erklärt fasziniert: „Zunächst sieht man das Model mit diesem monströsen Zeremonienhut und fragt sich, wer das ist und was genau vor sich geht. Ist die Maske dann aber gefallen, erkennt man ihre Eleganz und menschliche Gestalt und der Kopfschmuck erzielt eine ganz andere Wirkung.“

Harker hat bereits in früheren Arbeiten komplexe und ausgeklügelte Skulpturen und Kunstwerke entwickelt. Damals wie heute stand er vor einer ähnlichen Herausforderung: Wie lassen sich die Ideen, die er in seinem Kopf hat oder auch zu Papier gebracht hat, in dreidimensionale Strukturen umwandeln? Obwohl der Künstler bereits in den frühen 1990er-Jahren in mehreren Modell- und Prototypenwerkstätten gearbeitet hat und daher bereits Erfahrung mit der Additiven Fertigung besaß, begann er erst zehn Jahre später, mit dieser Technologie seine Kunstwerke herzustellen.

Lösung

Die Additive Fertigung ermöglicht eine konstruktionsgetriebene Produktion, während herkömmliche Technologien auf fertigungsgesteuerten Designs basieren. Beim Schichtbauverfahren von EOS wird die CAD-Datei von Harkers Maske virtuell in Schichten zerlegt und in das System geladen. Die Maschine trägt eine dünne Schicht Polyamidpulver auf die Bauplattform auf. Ein fokussierter Laserstrahl folgt den Konturen einer Querschnittschicht des digitalen 3D-Modells und verschmilzt das Pulver bei hoher Temperatur mit der darunterliegenden Schicht. Danach wird erneut Pulver aufgetragen und der Prozess Schicht für Schicht wiederholt, bis das Objekt fertig ist. Zuletzt wird das überschüssige lose Pulver vorsichtig abgebürstet und das Produkt kommt zum Vorschein. Auf diese Weise entstand der Kopfschmuck mit dem System EOSINT P 760. Was der amerikanische Künstler in nahezu 200 Stunden entwickelte, wurde in weniger als 26 Stunden gefertigt.

Für Harker ist die EOS-Technologie das Medium der Wahl: Die hochwertige Oberfläche und Beschaffenheit des Kunststoffwerkstoffs PA 2201 überzeugten ihn. Er kreierte und fertigte bereits Dutzende Designs und Tausende Werke. „Mit keinem anderen Medium kann ich so intuitiv arbeiten. Ich habe vieles ausprobiert: Holz, Stein, Wachs, Ton – und immer gab es einen Grund, warum es nicht funktionierte“, erklärt Joshua Harker. „Dank der CAD-Programme, auf denen die Additive Fertigung basiert, kann ich genauso formen und gestalten, wie wenn ich zeichnen würde.“

Ergebnisse 

Harker ist überzeugt, dass sich die Additive Fertigung – und insbesondere die EOS-Technologie – dank der besseren Verfügbarkeit, der relativ geringen Produktionskosten sowie der Möglichkeit der digitalen Entwicklung hochkomplexer Geometrien als grundlegendes Werkzeug für Designer und Künstler etablieren wird. „Was ich an der EOS-Technologie so interessant finde, sind die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. Sie wird von verschiedenen Bereichen der Modeindustrie aufgegriffen, und Designer versuchen neue Wege zu beschreiten und einige wirklich spannende Projekte zu entwickeln“, berichtet der Künstler.

„In bin immer noch überwältigt davon, dass ich heute sehr viel kreativer sein kann und mich allein auf den Design- statt auf den Fertigungsprozess konzentrieren kann“, freut sich Harker. „Ich könnte meine komplexen Kunstwerke niemals von Hand in der Garage schnitzen.“

Laut Joshua Harker kann die EOS-Technologie das Unmögliche möglich machen. Immer mehr Modedesigner erkennen und nutzen die Vorteile dieser Technologie. Bereits jetzt präsentieren Prominente additiv gefertigte, körperbetonte und an Kettenhemden erinnernde Stücke, und auch die Designer von Schmuckobjekten und Accessoires haben das Schichtbauverfahren für sich entdeckt. Joshua Harker ist überzeugt, dass sich diese Technologie weiter entwickeln wird und am Ende sogar Gewebe damit hergestellt werden können. Mit Spannung verfolgt er, wie andere Designer die Grenzen der Technologie ausloten.


Der Künstler prognostiziert: "Es besteht kein Zweifel, wir werden in Zukunft additiv gefertigte Mode auf der Straße sehen. Es beginnt bereits mit erschwinglichen Schmuckstücken und Accessoires. Sobald die Kosten sinken und Prozesse effizienter werden, wird die Technologie zunehmend für Textilien, Schuhe und größere Stücke verwendet werden."


Auch wenn Joshua Harker selbst nicht beabsichtigt, seinen Lebenslauf durch die Tätigkeit als Modedesigner aufzuwerten, will er weiterhin tragbare Kunst erschaffen. „Ich habe den Wunsch, dass sich meine Kreationen bewegen und lebendig werden. Unabhängig davon, wie sich die Additive Fertigung in der Modewelt entwickelt, war es für mich als Künstler ein bedeutendes Erlebnis, zu sehen, wie Models meine Werke tragen“, so der Künstler.

Seiten-und Vorderansicht der Gesichtsmaske. Sie ist eine Hommage an den traditionellen zeremoniellen Kopfschmuck amerikanischer und afrikanischer Ureinwohner (Quelle: Joshua Harker).
Seiten-und Vorderansicht der Gesichtsmaske. Sie ist eine Hommage an den traditionellen zeremoniellen Kopfschmuck amerikanischer und afrikanischer Ureinwohner (Quelle: Joshua Harker).
„In den vergangenen Jahren entwickelten sich Software, Material und die Additive Fertigungstechnologie selbst enorm weiter. Dadurch konnte ich Arbeiten, die sich bisher nur zweidimensional fertigen ließen, auch physisch produzieren. Ich begann damit, die EOS-Technologie zu nutzen, da ich meine Objekte auf andere Art und Weise gar nicht hätte herstellen können. Damit kann ich meiner Kreativität freien Lauf lassen und bin nicht von Fertigungszwängen eingeschränkt.“
Joshua Harker, Künstler

 

Kurzprofil

Der US-Amerikaner Joshua Harker beschreibt sich selbst als Künstler, Bildhauer, Musiker, digitaler Abenteurer, Phantasie-Architekt und Unruhestifter. Er gilt als ein Pionier und Visionär der Additiven Fertigung von Kunstwerken und Skulpturen.
 

Weitere Informationen

 

Kontakt 

Wiebke Jensen
EOS GmbH
Electro Optical Systems
Wiebke Jensen
Robert-Stirling-Ring 1
D-82152 München
Tel: +49 89 893 36 2485
wiebke.jensen@eos.info

Downloads und weiterführende Links

EOSINT P 760

Hochproduktives, modulares System mit größtem Bauvolumen zur Additiven Fertigung von Kunststoffbauteilen. Zwei Laser ermöglichen neue Dimensionen in puncto Produktivität und Bauteilgröße.

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