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Lifestyle-Produkte: LUUV - Innovatives Kamerastativ additiv gefertigt

Wackelbilder ade - Start-up LUUV ist dank EOS-Technologie immer im Bilde

Wackelfrei aufnehmen: Die Präzisionsmechanik des LUUV-Kamerastativs balanciert sowohl die Eigenbewegung des Filmenden als auch Fremdbewegung z. B. durch Windstöße aus (Quelle: LUUV Forward GmbH).
Wackelfrei aufnehmen: Die Präzisionsmechanik des LUUV-Kamerastativs balanciert sowohl die Eigenbewegung des Filmenden als auch Fremdbewegung z. B. durch Windstöße aus (Quelle: LUUV Forward GmbH).
Outdoor-Sportarten beziehen ihren Reiz aus Geschwindigkeit, Dynamik und Nervenkitzel. Seien es nun Downhill-Mountainbiker oder Snowboarder – Hauptsache es geht die Post ab. Wer sich jedoch einmal daran versucht hat, mit seinem Smartphone oder seiner Actioncam faszinierende Sprünge und Stunts solcher Sportarten filmisch festzuhalten, stellt meist schnell fest: Das war nichts. Diese Erfahrung machte auch Felix Kochbeck, CEO und Entwickler von LUUV: Beim Snowboarden im Zillertal scheiterte der begeisterte Aktivsportler daran, seine Eindrücke wackelfrei auf Film zu bannen. Die Konsequenz: Er konstruierte ein geniales, sich selbst stabilisierendes Stativ, gründete ein Unternehmen und stellte mit EOS-Technologie erste Prototypen her.

Herausforderung 

Von der ersten Idee zum fertigen Produkt ist es in aller Regel ein langer, steiniger Weg. Wer als Gründer einen Schritt zurücktritt und sein Vorhaben im Ganzen betrachtet, mag bisweilen an sich und seiner Entscheidung zweifeln. Meist fehlt es an Geld, oft treten technische Probleme auf, und immer ist es ein Wettlauf gegen die Zeit sowie den (potenziellen) Wettbewerb. Als Felix Kochbeck damit begann, sein bahnbrechendes Stativ zu entwickeln, war er sich dieser Herausforderungen von Anfang an bewusst.

Dennoch stand sein Ziel fest: die Konstruktion eines Handstativs, das verwackelte Aufnahmen wirksam verhindert. Das Prinzip scheint zunächst simpel: Ein Schwebestativ mit entfernter Ähnlichkeit mit einer Sanduhr nimmt am oberen Ende das Smartphone bzw. die Kamera auf. Am Hals befindet sich ein Griff für die Hand des Kameramanns. Der tropfenförmige untere Teil verbirgt eine ausgeklügelte Präzisionsmechanik, mit deren Hilfe die Kamera ausbalanciert wird, etwa bei der Eigenbewegung des Filmenden oder auch bei Windstößen. So verlieren Actionregisseure auch bei schnellen Bewegungen nicht die Balance. Das Prinzip ähnelt entfernt den Stehrollern, die ihren Fahrer mit zwei Rädern auf einer Achse ausbalancieren. Ein weiterer Vorteil der Konstruktion ist, dass sie sich nur wenige Zentimeter über dem Boden vollständig drehen lässt.

Neben der Präzisionsmechanik war auch die Herstellung eines passenden Gehäuses eine Herausforderung für den Jungunternehmer und sein Team. Auch wenn ein Gehäuse zunächst als die einfachere Konstruktion erscheint, waren zu Beginn der Arbeiten einige Falten auf der Stirn von Kochbeck zu sehen: „Wir wollten bei der Entwicklung von Anfang an schnell und zielorientiert arbeiten, um schnell auf dem Markt zu sein. Zudem galt es für uns als Start-up, von vornherein strikt kostenorientiert zu arbeiten.“ Der Bau einzelner Prototypen war in der Vergangenheit eine kosten- und zeitintensive Angelegenheit. Für die junge LUUV-Crew hieß es nun: Eine brauchbare Alternative zu herkömmlichen Fertigungsverfahren musste her. Und zwar schnell.

Lösung 

Das Gehäuse sollte einerseits allen funktionalen Anforderungen genügen, wie etwa Ergonomie und Bruchsicherheit. Und bei einem für den trendigen Outdoor-Einsatz konzipierten Bauteil durfte andererseits ein attraktives Design nicht zu kurz kommen. Anforderungen wie diese schreien förmlich nach einem Herstellungsverfahren, das ebenfalls das Prädikat innovativ trägt: die Additive Fertigung. Auf Basis von digitalen 3D-Konstruktionsdaten entsteht ein Bauteil, indem schichtweise feines Kunststoffpulver aufgetragen und durch einen Laserstrahl verschmolzen wird. Die Produktion von Prototypen mit besonderen Anforderungen an Funktionalität, Time to market und Kosten ist eines der Steckenpferde dieser Technologie.

Das war auch Gründer Kochbeck schnell bewusst: „Für uns kamen auf Grund unserer Anforderungen nur Additive Fertigungsverfahren in Frage.“ Ein eigener 3D-Drucker war neben kleineren Werkzeug- und Materialbestellungen daher die zentrale Investition des Berliner Start-ups. Das Gerät arbeitete mit dem Prinzip des Fused Deposition Modeling (FDM), also der Schmelzschichtung. Kochbeck weiter: „Für unsere ersten funktionalen Modelle war das Verfahren noch sehr gut geeignet. Wir kamen jedoch in der Entwicklung relativ schnell zu dem Punkt, an dem wir eine industriell produzierte Kleinserie brauchten.“


Weil FDM-Drucker nicht die erforderliche Qualität für den professionellen Einsatz bieten können, führte den LUUV-Gründer der Weg schnell zu EOS, dem Technologieführer in der Additiven Fertigung. Zentrale Punkte bei dieser Entscheidung: die Ästhetik der Produkte und deren mechanische Eigenschaften auf einem professionellen Qualitätslevel. Darüber hinaus bietet die EOS-Lösung Vorteile wie die Just-in-time-Fertigung und eine einfache Anpassung der Bauteile. Diese schnelle Designänderung erlaubt es dem Team von LUUV, kontinuierlich Kundenfeedback in ihr Produkt einzuarbeiten. Kurz und gut: Der Fertigungsprozess war gefunden, und das per CAD-Software bereits angefertigte 3D-Modell musste nur noch Schicht für Schicht per Laser aufgebaut werden.

Ergebnisse

Für das Start-up bieten sich durch diese Produktionsmethode große Vorteile, wie Kochbeck bestätigt: „Wir haben keine Einrichtungskosten, etwa für Spritzgussformen. Wir können Bauteilgeometrien verwenden, die bei anderen Herstellverfahren nicht möglich wären. Außerdem können wir im laufenden Produktions- bzw. Protoyping-Prozess Teile verändern.“ So reduzierte das Team zum Beispiel durch die intensiven Testmöglichkeiten mit den verschiedenen Prototypen die Baugröße des Stativs deutlich. Derzeit befindet sich die zehnte Prototypengeneration im Versuchseinsatz – kaum vorstellbar bei der Verwendung althergebrachter Produktionsmethoden.

EOS-Maschinen wurden zur Produktion einer Prototypenkleinserie eingesetzt. Genauer: Der Mantel des LUUV-Schwebestativs kommt aus einem EOS-System, die Präzisionsmechanik verbirgt sich im Inneren des Statives. Kochbeck plant bereits, auch die Serienproduktion von LUUV mit Additiver Fertigung durchzuführen. Eine Crowdfunding-Kampagne läuft derzeit. Die Technik hat das junge Unternehmen bereits im Griff.
Auf dem Schwebestativ aus dem Kunststoff PA 2200 können Smartphones oder Actioncams angebracht werden (Quelle: LUUV Forward GmbH).
Auf dem Schwebestativ aus dem Kunststoff PA 2200 können Smartphones oder Actioncams angebracht werden (Quelle: LUUV Forward GmbH).
Künftig können Sportbegeisterte rund um den Globus die Einsatzmöglichkeiten ihrer Actioncams und Smartphones deutlich ausdehnen. Professionell anmutende Filme aus der Hand aufgenommen – eine echte Neuerung. Spektakuläre Sprünge von Snowboardern erhalten damit den filmischen Rahmen, den sie auch verdienen. Cleveren Jungunternehmern wie Felix Kochbeck ist es zu verdanken, dass Deutschland ein Innovationsstandort ist. Und auch die EOS-Technologie trägt ihren Teil dazu bei, indem sie mit ihren einzigartigen Eigenschaften und Fähigkeiten Visionen in die Realität überträgt.  

Die Idee für mein Schwebestativ kam mir bei einem Snowboardurlaub im Zillertal vor knapp zwei Jahren. Ich bin selbst begeisterter Funsportler, hatte aber vorher keine Möglichkeit meine Eindrücke auf einfache Weise perfekt mit der Kamera einzufangen. Das LUUV-Stativ sollte das ändern. Um einfach und kostengünstig die Prototypen und eine Kleinserie herstellen zu können, drängte sich die Additive Fertigung geradezu auf. Qualität, mechanische Eigenschaften, Individualisierbarkeit, Kosten – es ist eine tolle Technologie, gerade für Gründer.“ Felix Kochbeck, CEO und Gründer der LUUV Forward GmbH

Kurzprofil

Die LUUV Forward GmbH ist ein junges Start-up mit Sitz in Berlin. Das Unternehmen steht für Lösungen rund um das wackelfreie Filmen – auch bei rasanten Kamerafahrten.
 

Anschrift

LUUV Forward GmbH
Fuldastraße 57
12043 Berlin
www.luuv-is-awesome.de
 

Kontakt 

Wiebke Jensen
EOS GmbH
Electro Optical Systems
Wiebke Jensen
Robert-Stirling-Ring 1
D-82152 München
Tel: +49 89 893 36 2485
wiebke.jensen@eos.info

Downloads und weiterführende Links

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