Flügelrad auf grünen Blättern

Ein ganzheitlicher Ansatz zur Kostenanalyse in der additiven Fertigung

26. Juni 2026 | Lesezeit: 4 Min.

 

Auf dem aktuellen globalen Markt für additive Fertigung stehen Unternehmen weltweit vor einer entscheidenden strategischen Weggabelung: der Entscheidung „Selber herstellen oder einkaufen“. Um die Gesamtbetriebskosten für den Einsatz eigener additiver Fertigungstechnologie im Vergleich zur Auslagerung zu ermitteln, ist ein detailliertes Verständnis der Kosten der additiven Fertigung erforderlich.

Während die traditionelle Fertigung häufig auf vorhersehbare Skaleneffekte setzt, erfordern die variablen Druckkosten in der additiven Fertigung – wie beispielsweise Materialkosten und Maschinenauslastung – ausgefeiltere Werkzeuge für die additive Fertigung, um eine präzise Kostenoptimierung zu erreichen.

Der EOS-Kosten- und CO₂-Rechner berücksichtigt die CO₂-Emissionen aus industriellen 3D-Druckprojekten sowie wichtige Kostenkennzahlen zum Materialverbrauch und weitere Faktoren, sodass Sie die Kostenstruktur Ihres Unternehmens im Bereich der additiven Fertigung umfassend bewerten können.

Ganz gleich, ob Sie in Ihren eigenen Maschinenpark investieren möchten oder lieber auf das Fachwissen anderer zurückgreifen – EOS kann Ihnen dabei helfen. Sollte Ihre Analyse ergeben, dass ein Kauf in Ihrer aktuellen Lebenszyklusphase die richtige Entscheidung ist, können Sie sich an unser Netzwerk aus geprüften AM-Produktionspartnern wenden, um eine hochwertige Teileversorgung ohne sofortige Investitionsausgaben sicherzustellen.

 

Kosten- und CO₂-Rechner für die additive Fertigung

Die meisten Hersteller sind kostenbewusst und erkennen die zunehmende Bedeutung der Nachhaltigkeit. Die additive Fertigung trägt zur Lösung beider Probleme bei: Bei strategischem Einsatz ist sie kosteneffizient, und bei sorgfältiger Planung unter Berücksichtigung von Emissionen und Abfall ist sie nachhaltiger.

Das Feedback von EOS-Kunden hat einige konkrete Bedenken hinsichtlich der Kostenanalyse deutlich gemacht. So hören wir beispielsweise häufig, dass die Kosten pro Teil (CPP) für die Großserienfertigung in regulierten Branchen zu hoch sind. Dieses Feedback – sowie unser Engagement für eine verantwortungsvolle Fertigung – hat unser Additive Minds-Beratungsteam dazu veranlasst, eine leistungsstarke Lösung für die Kosten- und Nachhaltigkeitsanalyse zu entwickeln.

Der EOS-Kosten- und CO₂-Rechner ist das Ergebnis dieser Bemühungen. Er ermöglicht präzisere Kostenberechnungen, sorgt für mehr Transparenz sowohl für EOS als auch für unsere Kunden und trägt langfristig zur Emissionsreduzierung bei. Er stellt eine unserer bislang mutigsten Initiativen im Rahmen unserer fortlaufenden Bemühungen dar, unsere Kunden bei der Erreichung ihrer Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen.

 

Wichtigste Merkmale und Vorteile

Der EOS-Kosten- und CO₂-Rechner hilft Herstellern dabei, alle wesentlichen Faktoren zu ermitteln und zu bewerten, die die Produktionskosten pro Einheit (CPP) und andere kostenbezogene Leistungskennzahlen (KPIs) beeinflussen, und kann zudem die Emissionen verschiedener Treibhausgase (CO₂-Äquivalente) berechnen:

  • Es bietet einen transparenten Überblick über die Gesamtbetriebskosten (CPP) unter Berücksichtigung von Maschinen, Materialien, Nachbearbeitungsschritten, Verbrauchsmaterialien und sonstigen Gemeinkosten.
  • Sie können den CPP für Metall- oder Polymerteile anhand der von EOS erfassten Daten grob abschätzen oder mittels Simulation mit einer Genauigkeit von 95 % berechnen, sofern Sie Daten aus EOSPRINT, Magics oder einer anderen Softwarelösung von EOS bereitstellen.
  • Detaillierte Visualisierungen zeigen primäre CPP-Daten in Form von Torten- und Balkendiagrammen an.
  • Der Rechner geht zudem noch tiefer ins Detail und bietet detailliertere Daten: die wichtigsten Variablen, die den CPP beeinflussen (z. B. Teilevolumen, Baugeschwindigkeit und Materialpreis), Sensitivitätsanalysen (wie sich allgemeine Korrelationen zwischen dem CPP und den Schlüsselvariablen verstärken oder abschwächen) sowie Kostenmatrizen (um genau zu ermitteln, wie Sie die Einflussvariablen anpassen müssten, um einen Ziel-CPP zu erreichen).
  • Für CO2e bietet der Rechner Heatmap-Visualisierungen, die Emissionsquellen bestimmter Materialien oder Anwendungen aufzeigen und die durch diese Emissionen entstehenden Kosten veranschaulichen. Darüber hinaus liefert er konkrete Empfehlungen zur Emissionsreduzierung, die auf die spezifische Situation Ihres Unternehmens zugeschnitten sind.
  • All diese Daten werden übersichtlich in generierbaren Berichten zusammengefasst, die Sie auf Ihrem Gerät oder in der Cloud speichern können, um später darauf zurückzugreifen (und bei Bedarf zu bearbeiten).

Der EOS-Kosten- und CO₂-Rechner betrachtet das Gesamtbild und erfüllt dabei ein zentrales Anliegen: die genaue Analyse der CPP sowie der damit verbundenen, von entscheidender Bedeutung seinenden Kennzahlen. Gleichzeitig können sich die Nutzer des Rechners darauf verlassen, dass das Tool die vielen verschiedenen Faktoren berücksichtigt, die die Kosten positiv oder negativ beeinflussen – ganz gleich, wie verbreitet oder nischenhaft deren Anwendung auch sein mag.

 

Berechnung der CO₂-Äquivalente (CO2e)

Bei der Entwicklung des EOS Cost & Carbon-Rechners erkannte das Team von Additive Minds, dass sich mit diesem Tool der Verbrauch wichtiger Ressourcen durch 3D-Drucker problemlos messen lässt. Diese Informationen lieferten die notwendigen Variablen, um verschiedene Formeln zur Berechnung von Treibhausgasemissionen (THG) anzuwenden und die spezifischen Quellen der CO2e für einzelne, im additiven Fertigungsverfahren hergestellte Teile zu ermitteln.

Anhand des folgenden Beispiels für ein Bauteil, das mit einem Metall-3D-Drucker unter Verwendung von EOS NickelAlloy gefertigt wurde, lässt sich beispielsweise feststellen, dass der Fertigungsprozess den Großteil des Energieverbrauchs ausmacht:

 

Diese Erkenntnisse fließen auch in die Arbeit von EOS an neuen Systemen, Materialien und Lösungen ein, die die additive Fertigung in Zukunft nachhaltiger machen sollen. Der EOS Cost & Carbon Calculator prognostiziert, dass eine noch in der Entwicklung befindliche Belichtungstechnologie das Potenzial hat, den Energieverbrauch pro Bauteil um etwa 20 % deutlich zu senken.

 

Nachhaltige Strategien vorantreiben, um die Fertigungsprozesse von morgen zu gestalten

Der EOS Cost & Carbon Calculator wird von Additive Minds kontinuierlich weiterentwickelt. Wir arbeiten intensiv daran, interne Daten zu erheben und so viele externe Daten wie möglich von Drittanbietern zu beziehen. Die genaue Aufschlüsselung der Kosten für die additive Fertigung in Ihrem Unternehmen ist ein effizienter Weg zu umsetzbaren Erkenntnissen.

Die Kenntnis von CPP, CO2e und anderen wichtigen Kennzahlen bildet eine solide Grundlage, auf der konkrete Pläne zur Umgestaltung verschwenderischer und/oder nicht nachhaltiger Prozesse entwickelt und gleichzeitig die Betriebsabläufe mit positiven KPIs aufrechterhalten oder verbessert werden können.

Wenn der Rechner beispielsweise das Laser-Pulverbett-Fusionssystem als einen Schwerpunktbereich identifiziert, zeigt er auch Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz auf, indem er mehrere potenzielle Vorgehensweisen aufzeigt. Sie könnten für bestimmte Fertigungsprozesse auf klimaneutrale Materialien umsteigen, an anderer Stelle im Lebenszyklus weniger CO₂-intensive Verfahren einsetzen oder die Konstruktionsparameter der Bauteile ändern – um nur einige Möglichkeiten zu nennen.

Ergänzend zu den Empfehlungen des Rechners können unsere Experten von Additive Minds Sie in Bezug auf CPP und Emissionsanalysen beraten, um Ihnen dabei zu helfen, die für Ihre Situation sinnvollsten Optionen zu ermitteln.

 

Der zukunftsorientierte Vorstoß über traditionelle Fertigungsmethoden hinaus

Die zunehmende Bedeutung der Nachhaltigkeit ist keineswegs nur eine vorübergehende Modeerscheinung. Tatsächlich dürften die staatlichen und branchenbezogenen Vorschriften hinsichtlich CO₂- und anderer Treibhausgasemissionen in den kommenden Jahren verschärft werden, und die Hersteller werden ihre Vorgehensweisen entsprechend weiter anpassen.

Der EOS-Kosten- und CO₂-Rechner bietet Anwendern einen Einblick in die detaillierten finanziellen und ressourcenbezogenen Kosten der additiven Fertigung. Diese Transparenz eröffnet Möglichkeiten zur Einsparung von Kosten und Ressourcen und kann Ihr Unternehmen zu nachhaltigeren und kosteneffizienteren additiven Fertigungsprozessen führen.

 

Erfahren Sie noch heute mehr über Ihre Kostenfaktoren in der Fertigung

Um den Prozess der additiven Fertigung zu beherrschen, muss man über die herkömmliche Kostenrechnung hinausgehen. Ganz gleich, ob Sie sich auf dem Markt für additive Fertigung bewegen oder Konsumgüter herstellen – das Verständnis aller indirekten Kosten ist entscheidend, um die Grenzen der konventionellen Fertigung zu überwinden.

Durch die Integration geeigneter Schulungen im Bereich der additiven Fertigung und entsprechender Datentools können Sie sicherstellen, dass jeder 3D-Druck zu einem schlankeren und umweltfreundlicheren Geschäftsergebnis beiträgt.

Sind Sie bereit, Ihre Produktion zu optimieren? Nutzen Sie noch heute den EOS-Kosten- und CO₂-Rechner, um den Weg zu einer transparenten und nachhaltigen Fertigung einzuschlagen.

Sie können sich außerdem über die neuesten AM-Trends und Erkenntnisse auf dem Laufenden halten, indem Sie sich unten für unseren Newsletter anmelden: