EOS und Openness: Ein Reality-Check

Openness EOS Software, Teil 1

23. Juli 2025 | Lesezeit: 6 Min. | Verfasst von Michael Jan Galba

 

Nur wenige Themen sorgen in der industriellen additiven Fertigung für so viel Diskussion wie die Frage nach der „Offenheit“. Und häufig fällt dabei ein Name besonders oft: EOS. Die Argumente sind bekannt – zu geschlossen, zu kontrolliert, zu unflexibel. Diese Wahrnehmung ist verständlich: Wir entwickeln hochwertige industrielle 3D-Drucksysteme, liefern validierte Parametersätze und unterstützen Kunden in streng regulierten Branchen.Doch das vollständige Bild sieht anders aus. Es ist Zeit zu klären, was Offenheit wirklich bedeutet – und wie EOSPRINT unsere mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnete Software, Anwendern sowohl maximale Freiheit als auch zuverlässige Kontrolle bietet.

 

Zwei Wege - Sie wählen was zu Ihnen passt

Im Kern basiert EOSPRINT auf einem dualen Ansatz zur Prozesssteuerung:

1. Offene Parameterzugriffe für Innovationen 

Erfahrene Anwender und F&E-Teams erhalten umfassenden Zugriff auf über 200 Belichtungsparameter – von Laserleistung und Scangeschwindigkeit bis zu komplexen Schraffur- und Vektorstrategien. Damit lassen sich eigene Belichtungsprofile entwickeln, Datensätze importieren und Strategien bis ins Detail optimieren. Diese offene Architektur schafft die Grundlage für Experimente, Innovation und Spitzenforschung über Branchen hinweg.  

2. Gesperrte Parameter für maximale Produktionssicherheit

Gleichzeitig bietet EOSPRINT für Unternehmen, die auf zertifizierbare und reproduzierbare Ergebnisse angewiesen sind, validierte, festgelegte Parametersätze. Sie stellen eine konstant hohe Teilequalität sicher, minimieren Prozessschwankungen und erfüllen die Anforderungen regulierter Umgebungen. Die über 30 verfügbaren Parametersätze sind nach der EOS‑TRL‑Methodik entwickelt, umfassend getestet und können gemeinsam mit unseren Additive Minds‑Experten weiterentwickelt und an spezielle Anforderungen angepasst werden. 

 

Transparenz ohne Kompromisse

Ein weiteres weit verbreitetes Missverständnis betrifft die vermeintliche „Black Box“. Doch EOS-Systeme arbeiten keineswegs im Verborgenen. Wir bieten vollständige Transparenz hinsichtlich Aufbau, Funktionsweise und Anwendung unserer Parameter. Ganz gleich, ob Sie mit standardisierten Einstellungen starten oder eigene Strategien entwickeln – Sie behalten jederzeit volle Einsicht in den Prozess. Diese Transparenz wird durch klare Dokumentation, technischen Support und das konsequente Engagement für Standardisierung unterstützt, was insbesondere in stark regulierten Branchen essenziell ist.

 

Wie Offenheit bei EOS aussieht

Openness bedeutet für EOS mehr als reinen Zugang. Es geht um echte Handlungsfreiheit, die durch Transparenz, Verlässlichkeit und technische Unterstützung ergänzt wird.

  • Individuelle Anpassung der Belichtungsstrategien
  • Entwicklung von neue Scanpfaden und Parametersätzen
  • Einbindung von (Design of Experiments) DoE‑Daten, inklusive Minitab‑Integration
  • Direkt Zusammenarbeit mit EOS‑Ingenieuren, um Entwicklungsprozesse zu beschleunigen
  • Vollständige Dokumentation von Parametersätze

Mit dieser Kombination schaffen wir eine Plattform, die Flexibilität, Klarheit und partnerschaftliche Weiterentwicklung in den Mittelpunkt stellt.

 

Zusammenarbeit fördert Leistungsfähigkeit

Partnerschaft ist ein zentraler Teil unserer Philosophie. Unser Ziel ist es nicht nur, leistungsfähige Tools bereitzustellen, sondern ein Umfeld zu schaffen, in dem Kunden außergewöhnliche Ergebnisse erzielen können. Deshalb investieren wir gezielt in Programme wie Additive Minds, die Teams dabei unterstützen, Entwicklungen zu beschleunigen, Time‑to‑Market zu verkürzen und technische Herausforderungen zu meistern. Openness bedeutet für uns daher immer auch Zusammenarbeit.

 

EOSPRINT steht exemplarisch für die Zukunft eines offenen industriellen 3D‑Drucks

EOS ist kein geschlossenes Unternehmen. Vielmehr verbinden wir Hardware‑ und Softwarekompetenz, um Innovation zu ermöglichen und gleichzeitig industrielle Reife sicherzustellen. EOSPRINT bietet die Kontrolle, die für schnelle Entwicklung notwendig ist, die Sicherheit, die für Produktionsumgebungen unverzichtbar ist, und die Transparenz, die Vertrauen schafft. Wenn also die Frage auftaucht, ob EOS ein geschlossenes Unternehmen sei, lohnt ein Blick auf unsere Tools, Ressourcen und Partnerschaften. Die Antwort ist klar: Wir gestalten eine offene Zukunft des industriellen 3D‑Drucks – Schicht für Schicht.

 
Video-Episoden

EOSPRINT: Vom Setup zur Optimierung

Was viele nicht wissen: Um Effizienzpotenziale zu heben, braucht es oft keine neue Hardware, sondern ein besseres Verständnis für die Software. EOSPRINT bietet hier enormes Potenzial. In drei kompakten Videoepisoden zeigt Michael Jan Galba, wie einfach sich Daten importieren, platzieren und an die Maschine übertragen lassen, wie Laserpfade und Schichtdetails in Echtzeit visualisiert werden können und wie individuelle Belichtungsstrategien die Bauzeit verkürzen und die Qualität steigern. Diese Einblicke zeigen, wie viel Openness und Leistungsfähigkeit bereits heute in EOSPRINT steckt.

 

 

EOSPRINT Episode 1 - Intuitive Datenaufbereitung

EOSPRINT .18 als zentrale Plattform: Teile importieren, positionieren, duplizieren und direkt an die Maschine senden – einfach und sicher.

 

EOSPRINT Episode 2 - Erweiterte Vorschaufunktionen

Visualisieren Sie Laserpfade, Leistungsverteilung und Schichtdetails in Echtzeit – ideal für Smart Fusion TDE.

 

EOSPRINT 3 – Individuelle Belichtungsstrategien

Einfaches Anpassen von Parametern, Verkürzen der Bauzeit und Verbessern der Qualität – alles mit nur wenigen Klicks.

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