Wie Siemens NX und EOS einen wirklich vernetzten CAD-zu-Druck-Workflow schaffen
Offenheit – EOS-Software, Teil 4
30. April 2026 | Lesezeit: 8 Min.
Die Rolle der Offenheit in der industriellen additiven Fertigung
In der industriellen additiven Fertigung (AM) wird Offenheit zwar häufig diskutiert, im Produktionsmaßstab jedoch selten umgesetzt. Viele Fertigungsumgebungen funktionieren nach wie vor als isolierte Softwareinseln, in denen Daten zwischen den einzelnen Tools konvertiert werden müssen und Ingenieure gezwungen sind, in Arbeitsabläufen zu arbeiten, die nie für die Anforderungen der industriellen AM konzipiert wurden.
Wir bei EOS sind davon überzeugt, dass eine echte Industrialisierung der additiven Fertigung nur dann möglich ist, wenn Offenheit mehr als nur ein Schlagwort ist, sondern ein zentrales Architekturprinzip darstellt. Siemens teilt diese Philosophie. Die Zusammenarbeit zwischen Siemens NX und dem EOS-Software-Ökosystem zeigt, wie eine abgestimmte Offenheit echten Kundennutzen schaffen kann, insbesondere in Kombination mit den Funktionen der EOS M4 ONYX.
End-to-End-Workflow für EOS M4 ONYX mit Siemens NX
Gemeinsam schließen EOS und Siemens die Lücke zwischen der digitalen und der physischen Welt, indem sie Konstruktion, Validierung, Simulation, Bauvorbereitung, Druckerintegration und Qualitätssicherung in einem durchgängigen Arbeitsablauf vereinen.
Bevor die EOS M4 ONYX auf den Markt kam, arbeiteten Siemens und EOS eng zusammen, um sicherzustellen, dass unsere Anwender innerhalb eines vollständig vernetzten Arbeitsablaufs nahtlos vom Entwurf über die Fertigungsvorbereitung bis hin zur Produktion wechseln können. Das Ergebnis ist ein wirklich offener CAD-to-Print-Prozess, der Ingenieuren die volle Kontrolle über ihre Daten, Parameter und kritischen Prozessentscheidungen ermöglicht.
Hier wird die Offenheit des EOS-Ökosystems zu einem entscheidenden Vorteil. Jeder interaktive Schritt in NX lässt sich automatisieren, sodass Kunden einzelne Aufgaben oder sogar die gesamte Prozesskette von Anfang bis Ende automatisieren können. Dank offener EOS-APIs, Echtzeitüberwachung, automatisierter Parameterzuweisung und nahtloser Integration in Qualitätssicherungs- und Berichterstellungsumgebungen bleibt jeder Schritt Teil eines durchgängigen digitalen Fadens. Prozessstabilität, Wiederholbarkeit und Dokumentation werden durch einen kontinuierlichen Datenfluss gestärkt – eine zentrale Anforderung für die industrielle Fertigung.
Vom Entwurf bis zur Qualität: Ein durchgängiger digitaler Faden
In NX bieten Validierungstools eine umfassende Palette an Qualitätsprüfungen, mit denen Ingenieure beurteilen können, ob ein digitales Modell mit den physikalischen Einschränkungen und dem Prozessverhalten des EOS M4 ONYX vereinbar ist. Diese Prüfungen erkennen Merkmale, die zu Fehlern oder Problemen bei der Nachbearbeitung führen könnten, und verbessern so die Vorhersagbarkeit des Prozesses.
Während der Produktion erstellt EOS M4 ONYX einen detaillierten, schichtweisen digitalen Zwilling jedes Bauteils. Da EOS diese Daten offen zugänglich macht, lassen sie sich direkt in die bestehenden Arbeitsabläufe, Dashboards oder Analysepipelines der Kunden integrieren. Dadurch wird die Qualitätssicherung von einer reaktiven Prüfung zu einer vorausschauenden, datengesteuerten Prozesssteuerung. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für die hochwertige Serienfertigung, für regulierte Branchen und für Anwendungen, bei denen eine lückenlose Rückverfolgbarkeit unabdingbar ist.
Anwendungsfälle in der Industrie, die durch Offenheit ermöglicht werden
Der Wert eines offenen Siemens-EOS-Workflows wird besonders in realen Produktionsszenarien deutlich. Ein Beispiel hierfür ist der Zyklonabscheider von KSB, der bei der Markteinführung des EOS M4 ONYX-Systems als wichtigstes industrielles Vorzeigeprojekt diente.
Innerhalb von NX nutzten die Ingenieure von KSB fortschrittliche Modellierungstechniken, optimierten Ausrichtungsstrategien und führten Drucksimulationen durch, wobei die vollständige Assoziativität mit der ursprünglichen Konstruktionsabsicht gewahrt blieb. Da der Arbeitsablauf offen und vernetzt bleibt, konnte dieser validierte Entwurf nahtlos in die EOS M4 ONYX-Druckumgebung übertragen werden, ohne dass Daten verloren gingen oder manuelle Nachbearbeitungen erforderlich waren.
Fazit
Bei der Integration von Siemens NX und EOS geht es nicht nur um die Verbindung von Software und Hardware. Sie spiegelt das gemeinsame Engagement wider, eine digital durchgängige und skalierbare Umgebung für die industrielle additive Fertigung zu schaffen. Durch die Kombination von Siemens NX mit dem EOS M4 ONYX profitieren Kunden von einem vollständig vernetzten CAD-to-Print-Workflow, der Transparenz und Kontrolle über die gesamte Prozesskette der additiven Fertigung hinweg bietet.